Von allen Ölen in meiner Sammlung ist Weihrauch das mit der längsten Geschichte — und das, zu dem ich am häufigsten greife. Gerade an Tagen, an denen nichts Besonderes passiert, aber ich mir trotzdem etwas Gutes tun möchte.
Weihrauch nutze ich jeden Tag — für mich eines der wenigen Öle, das ich nie aus der Routine streiche, egal was der Tag bringt. Morgens kommt ein Tropfen in meine Gesichtscreme. Das dauert drei Sekunden und fühlt sich trotzdem wie eine kleine Weichenstellung für den Tag an.
Wenn ich innerlich rastlos bin, auf zu vielen Gedanken gleichzeitig herumkaue, dann ist Weihrauch das erste, wonach ich greife — es macht Stille wieder zugänglich.
Ich bin kein Mensch, der täglich meditiert, aber ich stelle mir den Diffuser an, wenn ich merke, dass ich noch nicht wirklich angekommen bin. Das harzige Aroma macht irgendetwas mit dem Raum — oder mit mir. Es ist schwer zu erklären, ohne ins Schwärmen zu geraten. Aber es funktioniert. Ich brauche nicht viel davon, aber wenn ich es anwende, ist es genau das, wonach es sich anfühlen soll: ruhig.
Vielleicht klingt es fast zu einfach, dass ausgerechnet dieses eine Öl bei mir einen so festen Platz hat. Aber genau das macht für mich den König der Öle aus: Es muss sich nicht beweisen. Es ist einfach da, Tag für Tag, warm und erdig, und erinnert mich daran, dass ich nicht alles auf einmal halten muss.